Methodik

Das Innovationsgeschehen im EE-Wärmebereich wurde unter anderem mit Hilfe der Konstellationsanalyse analysiert und interpretiert.

Die Konstellationsanalyse ist ein interdisziplinäres Brückenkonzept, das für die Analyse von komplexen Akteurskonstellationen aus multidisziplinärer Perspektive entwickelt wurde. Sie erleichtert die Bearbeitung interdisziplinärer Fragestellungen im analytischen Forschungsprozess. Der Untersuchungsgegenstand – eine Konstellation aus Akteuren, Steuerungsimpulsen, sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen sowie natürlichen und technischen Elementen – kann anhand einer "Kartierung" von Konstellationselementen, d. h. der Anordnung in einer grafischen Abbildung, aus einer gemeinsamen Perspektive betrachtet werden. Wissenschaftler der beteiligten Disziplinen bringen dabei ihre unterschiedlichen Problemsichten, Wissensbestände und Lösungsansätze ein und können sie aufeinander beziehen. Eine Konstellationsabbildung zeigt relevante Faktoren, die – bezogen auf einen bestimmten Zeitausschnitt – den Innovationsprozess beeinflusst haben, und ihre Beziehung zueinander.

Diese Methode wurde bereits in vorangegangenen Forschungsprojekten nutzbringend angewandt und weiterentwickelt, so zum Beispiel im Projekt "Innovationsbiographien erneuerbarer Energien".

Methodisches Vorgehen

Die Methode ist durch ein iteratives Vorgehen in mehreren, aufeinander bezogenen Arbeitsschritten gekennzeichnet. Diese Arbeitsschritte – Erstellung einer Chronologie, Phaseneinteilung, Kartierung und Interpretation der Konstellation – gehen mit einer zunehmenden Informationsverdichtung und Abstraktion einher.

Für die rückblickende Analyse des Innovationsgeschehens wird zunächst eine Chronologie wichtiger Einflussfaktoren seit Beginn der 1990er Jahre erstellt ("Zeittafel"). Wann wurden welche Steuerungsmaßnahmen ergriffen (z. B. Gesetzgebung, Förderprogramme)? Wann wurden bestimmte technische Innovationen entwickelt und im Markt eingeführt? Welche Akteure spielten dafür in welchen Zeiträumen eine wichtige Rolle? Welche Kontextereignisse haben die Bereitschaft zur Anwendung von Technologien zur erneuerbaren Wärmeerzeugung gestärkt?

Ausgehend von der Chronologie der Ereignisse wird untersucht, inwieweit sich eine Einteilung des Prozesses in Phasen vornehmen lässt. Die Phasen bilden den jeweiligen zeitlichen Bezugspunkt für die Kartierung von Konstellationen.

Kartierung von Konstellationen

Im nächsten Schritt wird eine Konstellation der Einflussfaktoren kartiert sowie die Beziehungen der einzelnen Faktoren untereinander charakterisiert. Hierfür verdichtet das Wissenschaftlerteam die relevanten Informationen. Um die vorgenommenen Wertungen zu untersetzen, wird einschlägiges Expertenwissen (u. a. durch Experteninterviews) eingeholt. In einem weiteren Schritt interpretiert das interdisziplinär zusammengesetzte  Forschungsteam die erstellten Konstellationen hinsichtlich ihrer Funktionsprinzipien sowie in Bezug auf die wichtigsten Faktoren mit treibender und hemmender Wirkung.